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Liken, Posten, Sharen in der Führungsetage? Unbedingt!

Liken, Posten, Sharen in der Führungsetage? Unbedingt!

Mir ist schon des Öfteren im Arbeitskontext ein Thema aufgefallen, welches wiederum so richtig an Fahrt aufnimmt: Unternehmen versuchen gerade wie wild ihre Führungskräfte in die verschiedenen Social Media Kanäle zu bringen – und nicht nur das! Sie möchten auch, dass diese sich dort richtig mit einbringen und partizipieren, sprich Posten, Sharen, Liken. Aber warum das Ganze?

Facebook & Co = der Feind!

Die Aufgabe einer Führungskraft ist ihre MitarbeiterInnen zu entwickeln und zu einem gemeinsamen Ziel hinzuführen. Bis dato standen hier die klassischen Führungsinstrumente zur Verfügung und auch in den spezifischen Führungskräfteentwicklungskursen wurden diese gelehrt und beigebracht. Da ging es großteils um Kommunikationstechniken, aber auch Konflikt- und Changemanagement-Skills waren und sind unerlässlich. Nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung hat sich nicht nur unser Arbeitsumfeld geändert, nein, auch die Führungskultur muss sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Ich spreche jetzt nicht nur ausschließlich das agile Führen an, welches einen neuen Anspruch an die Führungskräfte mit sich bringt.

Nein, es geht vielmehr, sich auch neuen und modernen Werkzeugen anzunehmen. Dazu gehören in erster Linie die diversen Social Media Kanäle. Ich kann mich erinnern, als noch vor ein paar Jahren versucht wurde, genau diesen Kanälen so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Man hatte Bedenken, dass sich alle nur noch darin aufhalten und somit auf ihre eigentliche Arbeit vergessen. Speziell hinsichtlich der MitarbeiterInnen kamen diese Befürchtungen auf und so wurde in einigen Unternehmen Facebook & Co einfach mal gesperrt. Die Führungskräfte konnten wieder aufatmen, denn so hatten sie nun ein Problem weniger. Den Social Media Kanälen wurde im Arbeitskontext sowieso immer eine sehr negative Rolle zugeschrieben: alles nur Blödsinn, dort werden Dinge ausgetauscht, die niemanden interessieren oder schade um die Zeit, die man darin verbringt.

Facebook & Co = der Freund!

Aber auch diese Kanäle haben sich weiterentwickelt und spätestens mit dem Launch von XING und später LinkedIn, hat man auch im Arbeitsumfeld begriffen, dass diese Medien zudem ihre guten Seiten haben und haben damit auch den Mehrwert erkannt. Plötzlich war das Netzwerken viel einfacher als vorher, da ein Medium alle persönlichen Kontakte zusammenfasst und man so alle gut im Auge behalten konnte. Man wird benachrichtigt sobald jemand den Job wechselt und kann ihm/ihr dazu sogar noch in der Sekunde gratulieren. Es ist weiters möglich, mit einem bestimmten Zugang, sich selbst über diese virtuellen Netzwerke, neue MitarbeiterInnen zu suchen und direkt potentielle MitarbeiterInnen anzusprechen (= Active Sourcing).

Wie schon beschrieben, hat sich die Rolle einer Führungskraft bereits in den letzten Jahren verändert und wird sich auch noch weiterhin entwickeln. Die Führungskräfte der Zukunft sind nicht mehr ausschließlich mit der klassischen Führung beschäftigt, sie haben weit mehr Aufgaben, als man sich jetzt schon vorstellen kann. Eines ist klar: Die Kommunikation wird in den kommenden Monaten, Jahren etc. immer wichtiger und essentieller. Als Führungskraft ist es nicht nur wichtig, mit den MitarbeiterInnen transparent zu kommunizieren, auch “die Außenwelt” ist maßgeblich betroffen: bestehende und zukünftige KundInnen, PartnerInnen, InvestorInnen, LieferantInnen, Medien und die generelle Öffentlichkeit. Das Spektrum erweitert sich immens!

„Die MitarbeiterInnen orientieren sich am Verhalten des/der Vorgesetzten. Beobachten diese beispielsweise, dass man sich in den sozialen Netzwerken als MeinungsbildnerIn, also als VordenkerIn usw. positioniert, so schafft dies einerseits ein sehr positives Bild der Führungskraft und andererseits aber auch Motivation für sich und das Team.“

Ani, Karrieregeflüster

Warum soll man überhaupt in sozialen Netzwerken aktiv sein?

Deshalb ist es allerhöchste Zeit, sich mit den sozialen Medien zu beschäftigen – Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass alles wieder schnell vorüber geht, ist nicht mehr. Damit einher geht auch die Vorbildfunktion, die man als Führungskraft hat: Die MitarbeiterInnen orientieren sich am Verhalten des/der Vorgesetzten. Beobachten diese beispielsweise, dass man sich in den sozialen Netzwerken als MeinungsbildnerIn, also als VordenkerIn usw. positioniert, so schafft dies einerseits ein sehr positives Bild der Führungskraft und auch andererseits Motivation für sich und das Team – wer möchte denn nicht mit jemanden zusammenarbeiten, der/die neue Ideen kreiert und innovativ denkt?

Zusammengefasst gibt es einige wichtige Gründe, warum Führungskräfte in den diversen Social Media Kanälen aktiv sein sollen oder eben sogar müssen:

Die sozialen Medien als Informationsquelle nutzen

Trends mitverfolgen bzw. sogar mitgestalten

Direkte Kommunikationsmöglichkeit mit der Außenwelt

Recruiting bzw. direkte Ansprache von potentiellen MitarbeiterInnen

See Also

Positionierung als VordenkerIn, MeinungsbildnerIn (“Thought Leadership”)

Steigerung der Reputation des Unternehmens

In Krisenzeiten vorteilhaft handeln können

Persönliches Profil stärken, Netzwerken

#FromMeToYou

In Österreich ist diese Denkweise leider noch nicht ganz angekommen bzw. wurden die Vorteile darin, die wertvolle Zeit auch noch in der virtuellen Welt zu verbringen, bis dato noch nicht ausreichend erkannt. Es wird noch eine gewisse Zeit und vor allem Vorbilder brauchen, damit auch dieser Schritt getan wird. Nicht alle Führungskräfte werden diese Veränderung alleine schaffen. Es braucht somit Unterstützung vom eigenen Unternehmen, um diese fit dafür zu machen. Hier sind alle PR-/Marketing-/Kommunikationsabteilungen aber auch im weiteren Sinne die Personalabteilungen gefragt, denn bei diesem Thema sollten alle an einem Strang ziehen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

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