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New Work in der Krise? Ein Ausblick

New Work in der Krise? Ein Ausblick

Nach über 2 Monaten seit uns die Coronakrise mit voller Wucht getroffen hat, sind wir nun aus der Schockstarre erwacht und trauen uns auch schon wieder Prognosen abzugeben: Was bedeutet New Work unter diesen neuen Rahmenbedingungen? Wie wird das New Normal aussehen oder geht’s straight back to the old normal? Sie hat uns jedenfalls eines gezeigt: Disruption kann alle treffen – auch uns! Wichtig ist nur, wie wir damit umgehen und vor allem, welche Learnings wir für weitere Veränderungen/Krisen ziehen. Meine Einschätzungen und welche Chancen ich gerade jetzt sehe, gibt’s hier nachzulesen …

… und plötzlich stand die Welt still

Wenn ein Virus die ganze Welt lahmlegt. Noch vor ein paar Monaten hätte niemand gedacht, dass uns eine der größten Weltwirtschaftskrisen bevorsteht. Nachdem die letzte im Jahr 2008/2009 überwunden war, dachten viele: „Das war’s erstmal!“. Doch wir leben in einer volatilen Gesellschaft und auf genau diese Tatsache macht uns auch diese Krise, die nicht prognostiziert werden konnte, aufmerksam. Ich kann mich noch an den ersten Tag des sogenannten Lockdowns erinnern: „Und plötzlich steht die Welt still und es wird ganz leise.“ Das waren in etwa meine ersten Gedanken. Ich blickte auf die letzten Tage, Wochen und Monate zurück, auf all die Arbeit, die nun innerhalb von ein paar Stunden zunichte gemacht wurde. Gerade im Bereich Employer Branding wurden alle anstehenden Events abgesagt und jegliche lang geplanten Kooperation auf später verschoben bzw. weiterführend dann auch gecancelt.

Die Welt stand still, und es wurde ruhig. Niemand wusste, was nun passiert. Jede/r hatte nur die schrecklichen Bilder von China und Italien im Kopf. Würde dies auch uns in dieser Dimension in Österreich treffen? Von heute auf morgen wurde ein ganzes Land quasi „zugesperrt“. Später würde ich dann in den sozialen Medien folgenden Spruch lesen: „Die Natur hat uns auf unser Zimmer geschickt, um darüber nachzudenken, was wir die letzten Jahre falsch gemacht haben. Wir wissen nur nicht, wann wir es wiederum verlassen dürfen.“ Nach dem ersten großen Schock, versuchte ich für mich persönlich das beste aus dieser Situation zu machen und nutzte die Zeit, vergangenes Revue passieren zu lassen, aber auch in die Zukunft zu blicken und für mich einzuordnen, welche Auswirkungen diese Situation nun mit sich bringen würde. Ich las meine früheren Blogartikel, und irgendwie fühlte es sich komisch an. Da philosophierte ich über die so genannte „neue Arbeitswelt“ und merkte gleichzeitig, dass plötzlich alles anders war. Was bedeutet „New Work“ jetzt unter diesen Rahmbedingungen?

Die Krise hat uns gezeigt, dass die Unternehmenskultur ein sehr großer und wichtiger Faktor ist, der schlussendlich maßgeblich zum Erfolg oder Misserfolg einer Organisation beiträgt.

Ani, Karrieregeflüster

Disruption kann uns alle treffen!

Dass der Coronavirus DER Innovationsbeschleuniger schlecht hin war, ist unbestreitbar. In dieser kurzen Zeit mussten fast alle Arbeitsprozesse umgestellt werden, sei es, dass ArbeitnehmerInnen fit für’s Home Office gemacht wurden, oder dass Krisenpläne im manuellen Bereich zum Einsatz kamen. Ein großes Learning war jedenfalls, dass wir definitiv in einer disruptiven Welt leben: Es trifft nun nicht immer den/die andere/n, sondern es kann uns alle treffen. Jene Unternehmen, die bereits vor dieser Krise ihren Fokus auf Digitalisierung und agile Arbeitsweisen & Prozesse gerichtet hatten, traf es diesbezüglich nicht so hart wie einige andere. Mittlerweile sollten auch die schärfsten KritikerInnen aufgewacht sein und erkannt haben, dass derartige Krisen uns immer wieder treffen können – vorhersehbar oder eben nicht. Dann können Flexibilität und eigenverantwortliches digitales Arbeiten sogar mitunter über das wirtschaftliche Weiterbestehen einer Organisation entscheiden.

Weiters konnte ich beobachten, dass sich gerade in Krisenzeiten oder eben in Ausnahmesituationen zeigt, welches Unternehmen zu seinen MitarbeiterInnen hält und sich loyal zeigt. Werden die großen Versprechungen, die vor der Krise gemacht wurden, eingehalten oder verpuffen sie schnell, sobald es enger wird? Die Krise hat uns gezeigt, dass die Unternehmenskultur ein sehr großer und wichtiger Faktor ist, der schlussendlich maßgeblich zum Erfolg oder Misserfolg einer Organisation beiträgt. In der Unternehmenskultur zeigt sich, wie fit ein Unternehmen für diese Ausnahmesituationen ist: Wie reagieren die Führungskräfte auf diese neue Situation? Wie schaffen sie es, trotz Distanz einen Zusammenhalt bzw. eine neue Art des Teamgefüges zu schaffen? Wie (transparent) werden Änderungen/Neuigkeiten kommuniziert? uvm. Es zeigt sich einerseits wie resilient eine Organisation ist, also wie gut sie mit Überraschungen/Veränderungen umgehen kann, aber auch andererseits, wie resilient die MitarbeiterInnen sind.

Welcome 2 the New Work! Wir sind bereits mitten drinnen in der Phase, in der wir das Buzzword „New Work“ mit Leben erfüllen können.

Ani, Karrieregeflüster

New Work = New Normal?!

Nach über 2 Monaten seit Beginn dieser Krise sind wir definitiv aus der Schockstarre erwacht und trauen uns bereits Prognosen für die Zukunft abzugeben. Was sich meiner Meinung nach definitiv sagen lässt: Welcome 2 the New Work! Wir sind bereits mitten drinnen in der Phase, in der wir das Buzzword New Work mit Leben erfüllen können. Wir haben die Chance, die Lehren aus dieser Krise zu ziehen und uns spätestens jetzt für eine spätere zu rüsten. Es wird Zeit unsere Arbeit neu zu bewerten und zwar unter den gegenwärtigen Gesichtspunkten: Fallen möglicherweise Berufe aufgrund der Digitalisierung weg? Welche neuen Arbeitsfelder entstehen daraus? Home Office bzw. Remote Working ist nicht fast flächendeckend möglich? Bullshit! Weiters sollte uns klar geworden sein, dass die Beziehungspflege ein essentieller Faktor ist. Wer sich in dieser Zeit starr auf Prozesse zurückzieht, zählt mit Sicherheit zu den VerliererInnen dieser Krise.

Ich muss zugeben, zu Beginn fand ich den Ausdruck „New Normal“ recht gut gewählt und passend, für all das, was uns nach diesem Wandel erwarten würde. Leider wurde dieser Begriff im politischen Kontext oft negativ verwendet, weshalb ich persönlich davon nun eher Abstand nehme. Es bleibt aber abzuwarten, wie es sich entwickelt. Nichts desto trotz wird es auch nach dieser Krisensituation eine Art „Normalzustand“ geben, egal wie wir diesen benennen. Ich würde auch sagen, dass dieser Zustand nicht jener sein wird/kann/darf, den wir davor hatten. Wollen wir denn wirklich in diesen alten Mustern weiterarbeiten, genauso wie davor? Möchten wir gar keine Learnings, vor allem auch in Hinblick auf unser Klima, aus dieser Ausnahmesituation mitnehmen? Verwehren wir uns, uns weiterzuentwickeln und New Work endlich zu leben? Genau hier sind alle meine HR-KollegInnen gefordert! Jetzt ist eure Chance, denn die Krise hat uns gezeigt, wie wichtig Personalarbeit ist und welchen Impact wir haben: Die Personal- und Organisationsentwicklung ist beispielsweise essentiell und vor allem für die mentale und psychische Stabilität des Unternehmens verantwortlich.

Es bleibt spannend! Denn, wenn wir uns bereits jetzt mitten in der New Work befinden, was kommt dann danach? Wer hätte gedacht, dass „softe“ Themen wie Resilienz, aktive Beziehungspflege und empathische Führungsqualitäten so enorm an Wichtigkeit und Relevanz zunehmen?

#KeyTakeAways

Wir leben in einer disruptiven Welt: Es trifft nicht nur den/die andere/n, sondern uns alle!

See Also

Krisen in einem derartigen Ausmaß können uns immer wieder treffen, weshalb wir diese Krise als Chance nützen müssen um MitarbeiterInnen und Organisationen resilienter und agiler zu machen

Speziell in Krisenzeiten zeigt es sich, welches Unternehmen ein/e gute/r ArbeitgeberIn ist und sich loyal zu den MitarbeiterInnen zeigt

Welcome 2 the New Work! Wir sind bereits mitten drin

Das „New Normal“ nach dieser Krise haben wir selbst zu gestalten. Die Learnings aus den vergangenen Wochen und Monaten sollten wir unbedingt für uns nutzen

Die Krise hat uns gezeigt, dass gerade softe Themen, wie Resilienz, Beziehungspflege und empathische Führungsqualitäten enorm wichtig sind

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