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„Retro“ ist überall in, nur nicht in der Führungsarbeit

„Retro“ ist überall in, nur nicht in der Führungsarbeit

Führung muss neu gedacht werden! Es bedeutet heute viel mehr als ein tolles Namensschild und ein Kästchen am Organigramm zu haben. Die Retro-Bilder von Führungsarbeit in unseren Köpfen haben ausgedient. Neben Ehrlichkeit und Authentizität gehören Lob und Anerkennung zu den wichtigsten Instrumenten, um MitarbeiterInnen langfristig zu motivieren und diese sogar aus so mancher Krise herauszuholen …

Es fehlt im Management oft an Authentizität

Der heutige Artikel schließt ein wenig an jenen an, wo ich den Trend aufgegriffen habe, dass das Management auf einmal “cool” und “hip” sein möchte, um so an die jungen Talente heranzukommen und diese für sich und somit das Unternehmen gewinnen möchte. Schon hier habe ich angeprangert, dass dies zwar ein positiver Trend ist, jedoch sollte diese Lockerheit nur gespielt und nicht ehrlich gemeint sein, es ganz schnell in die falsche Kerbe schlagen und das Gegenteil auslösen kann, nämlich, dass man sich einfach nur blamiert und nicht ernst genommen wird.

Menschen spüren es recht schnell, ob etwas ehrlich gemeint oder nur gespielt ist, weil es “sich nun mal gehört” oder “gerade in ist”. Hier haben wir alle ganz sensible Sensoren, die uns schnell vor “BetrügerInnen” warnen bzw. vor Vorgesetzten, bei den man vorsichtig sein sollte und sich lieber vorerst zurückhält, um auszutesten, welche Person er/sie nun wirklich ist. Vielen Führungskräften ist dies aber leider nicht bewusst. Sie denken oft, dass sie ihre MitarbeiterInnen gezielt täuschen und sogar manipulieren können. Natürlich spielt gerade hier auch sehr stark die “Machtkarte” eine große Rolle, die ein solches Verhalten begünstigt und ihnen scheinbar Türen und Tore öffnet.

„Gute Führungsarbeit ist die Basis, die uns zu Höchstleistungen anspornen kann und uns jegliche Krisen meistern lässt.“

Ani, Karrieregeflüster

Das „oldschool-Konzept“ der Führungsarbeit hat definitiv ausgedient!

Auch ich hatte bereits Vorgesetzte, die es nicht ehrlich mit ihren MitarbeiterInnen gemeint hatten. Sie verfolgten mit ihrer Führungsarbeit ein anderes Ziel, als Führung eigentlich bedeutet. Ich finde dazu folgendes Zitat sehr passend:

„Leadership is not a rank or a position, it’s a choice – a choice to look after the person to the left of us and the person to the right of us.“

Simon Sinek, Author und Optimist

Führung bedeutet heute viel mehr als nur die Karriereleiter steil hinauf zu klettern. Speziell in der jetzigen Zeit, wo Veränderungen am Tagesplan stehen, ist das “oldschool”-Konzept der Führung sowieso fehl am Platz und stößt damit auch an ihre Grenzen. Die Leidtragenden sind damit wiederum die MitarbeiterInnen, die unter einer schlechten Führung leiden. Führungsarbeit versteht sich heutzutage also nicht mehr als ein eigenes Büro mit Namensschild und Titel darunter. Es geht vielmehr darum, gemeinsam Menschen an ein Ziel zu führen.

Dabei muss auf die individuellen Bedürfnisse der MitarbeiterInnen eingegangen und versucht werden, diese mit den Interessen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Darüber hinaus ist es wichtig, die Individualität eines/einer jeden Einzelnen nicht aus den Augen zu verlieren. Speziell wenn es um Lob und Anerkennung geht, gehen hier die Meinungen und Bedürfnisse stark auseinander. Es gibt MitarbeiterInnen, die sehen Lob schon darin, dass es keine negative Kritik hagelt. Andere möchten wirklich hören, dass sie etwas gut gelöst haben. Ich meine, am besten ist es, wenn sie es auch noch spüren. Und genau da sind wir wiederum bei der vorher angesprochenen Ehrlichkeit und Offenheit.

Wirklich zu spüren, mein/e Vorgesetzte glaubt an mich, überträgt sich …

Aufgrund der Schnelllebigkeit in unserer Gesellschaft und vor allem in unserer Arbeitswelt, stehen Veränderung fast täglich auf der Agenda. Umstrukturierung da, Abbau dort, Strategieänderung wiederum hier. Keine Frage, Führungskräfte kommen da schon schnell an ihre Grenzen. Sie tragen Verantwortung für sich, für ihre MitarbeiterInnen und für ihr Geschäft. Der Druck wächst und die Geschwindigkeit wird immer schneller. Dies spüren zwar Führungskräfte zu allererst, doch an nächster Stelle sogleich die MitarbeiterInnen selbst. Nicht alle sind diese Schnelllebigkeit gewohnt bzw. können gut damit umgehen. Wie schafft man es nun, die Mannschaft an Bord zu behalten, sodass alle noch in dieselbe Richtung mit gleicher Kraft marschieren?

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Ich meine, dass dies nur mit ehrlicher Führungsarbeit und richtigem Lob und vor allem mit ernst gemeinter Anerkennung schaffbar ist. Du kennst es vielleicht von deinen Eltern: Zu spüren, dass diese an dich glauben und hinter dir stehen, überträgt sich sofort auf dein eigenes Selbstbewusstsein und damit auch auf deine Leistung. Genau dies lässt sich nun auch auf das Arbeitsleben übertragen. Spürst du, dass deine Führungskraft an dich glaubt und ihr ganzes Vertrauen auf dich setzt, dann löst dies eine irre Motivation aus. Man sieht auch, dass Anerkennung keineswegs nur materiell gemeint sein muss. Einen Bonus für ein schwieriges Projekt zu bekommen ist natürlich ein “nice 2 have” und wenn man so will, die Kirsche on top, doch wenn die Basis fehlt, dann kann die Kirsche auch nichts mehr retten. Die Basis ist gute Führungsarbeit, die uns zu Höchstleistungen anspornen kann und uns jegliche Krisen meistern lässt.

Key Take Aways:

Es geht also vorrangig um die richtige Balance zwischen Anerkennung und Anstrengung

Fühlen sich Menschen nicht genug gewürdigt, so kann es schnell zum Leistungsabfall kommen, und auch die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt

Somit ist es wichtig, dass sich jede/r individuell anerkannt fühlt. Es heißt ja nicht umsonst Führungs-ARBEIT!

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