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Selbstwertgefühl: Wie wir unsere Psyche stärken

Selbstwertgefühl: Wie wir unsere Psyche stärken

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“Wann bist du selbst etwas wert?” Eine scheinbar simple Frage, die aber gar nicht so einfach zu beantworten ist. Oft machen wir genau dies von äußeren Umständen bzw. von anderen Personen abhängig und vergessen vollkommen auf uns selbst. Vor allem: Heißt es dann im Umkehrschluss, dass wir bei schlechter Leistung auf einmal nichts mehr wert sind? …

“Wann bist du selbst etwas wert?”

Ich kann mich gut an einen Vortrag erinnern, bei dem ich vor ein paar Jahren dabei sein durfte. Zuerst dachte ich, dass es sich um einen 0815-Vortrag zum Thema Wertschätzung handeln würde, doch ich wurde rasch eines besseren belehrt. Es drehte sich kurzum alles um das Thema “Selbstwert” und der Frage: “Wann findest du, bist du selbst etwas wert? Was muss passieren, damit du dich selbst wert genug fühlst?” Spannende Fragen, die ich mir so noch nie selbst gestellt hatte. Aus dem Publikum kamen auf diese Fragen folgende Antworten: “Wenn mich jemand liebt”, “Wenn ich gebraucht werde”, “Wenn ich einen Job habe” oder auch “Wenn ich Lob bekomme”. Im Anschluss daran wurde das Publikum nochmals gefragt: “Was haben nun all eure Aussagen gemeinsam? Richtig! Sie sind alle “von außen” abhängig bzw. kommen nicht von euch selbst.” Stimmt eigentlich! Warum sind wir so auf Feedback und Rückmeldung von Außen fixiert? Warum ist die Meinung anderer viel mehr Wert für uns als unsere eigene? Wir tun uns selbst anscheinend sehr schwer uns und unsere Fähigkeiten einzuschätzen und diese für uns selbst als Plus zu verbuchen. Wann warst du das letzte Mal stolz auf dich – ganz einfach so, weil du es gefühlt hast und nicht weil irgendjemand zu dir meinte „gut gemacht!“?

Selbstwert oder Fremdwert?

Eigentlich ist das ja ein Paradoxon, denn schon das Wort “Selbst”wert impliziert ja, dass der Wert aus uns selbst kommen sollte, den wir uns entgegenbringen. Warum sind wir dann nur so von anderen abhängig? Bekommen wir Lob, dann fühlen wir uns gut. Erhalten wir jedoch Kritik, dann bricht für uns eine (kleine) Welt zusammen. Aber warum? Tja, irgendwie liegt es ja in unserer Natur, oder nicht? Ich denke nicht, denn dies sind alles angelernte Muster, die auch wiederum durchbrochen werden können. Ich denke, wenn wir es uns selbst immer wieder bewusstmachen, dann kann man hier Veränderung schaffen, zumindest Schritt für Schritt. Wichtig ist in einem ersten Schritt, dass man eine Person (also sich selbst) von seiner eigenen Leistung trennt. Du bist nicht deine Leistung und auch umgekehrt! Bekommt eine Schauspielerin am Schluss des Stücks großen Applaus, dann gilt dieser ihrer schauspielerischen Leistung und nicht ihr als Person. Im Umkehrschluss, würde sie dies nicht trennen, dann würde wahrscheinlich eine Welt zusammenbrechen, sollte es mal keine Standing Ovations und tosenden Applaus geben. Sie würde sofort an sich selbst zweifeln. Und diese Zweifel können einem quasi auffressen.

Selbstwert bedeutet sich selbst zu lieben und zwar so wie man ist, auch sich selbst zu kennen und das eigene Handeln und Denken einschätzen zu können.

Ani, Karrieregeflüster

Warum es sich lohnt am eigenen Selbstwert zu arbeiten

Es ist diese Stimme im Kopf, die zu uns selbst spricht: Meistens ist sie recht kritisch und bewertet Fehler oder Missgeschicke schlimmer als sie es andere wahrnehmen. Natürlich lässt es sich mit unserem/unserer eigenen starken KritikerIn weiterhin leben, doch stell dir, diese Stimme würde uns so behandeln, wie wir er selbst wahrscheinlich bei anderen tun – nämlich sehr nachsichtig mit Fehlern sein und die Person weiterhin zu motivieren dranzubleiben und sich nicht von kleinen Rückschlägen unterkriegen zu lassen. So würde ich es jedenfalls machen. Selbstwert bedeutet sich selbst zu lieben und zwar so wie man ist, auch sich selbst zu kennen und das eigene Handeln und Denken einschätzen zu können. Dies führt dazu, dass man sein Leben selbstbewusst und eigenverantwortlich gestalten kann. Darüber hinaus ist ein starkes Selbstgefühl ein guter Garant für Gesundheit und Wohlbefinden. Umgekehrt führt ein niedriger Selbstwert oft zu starken psychischen Belastungen: Machen wir uns selbst klein und geben uns die Schuld an allem was passiert, dann wirkt sich das sehr negativ auf unsere psychische Gesundheit aus, bis hin zu Burn Out und Depressionen.

#StellDirKurzMalVor

Ich habe dir eine kleine Übung mitgebracht, die das Thema Selbstwert sehr gut sichtbar macht: Schnapp dir einen EUR 10,- Schein und frage dich kurz, wie viel dieser Schein Wert ist. Obviously EUR 10,- 🙂 Dann knüll ihn zusammen, schrei ihn an, trample auf ihn herum und streiche ihn wiederum glatt auseinander. Schau dir den Geldschein an und stelle dir wiederum die Frage: Wie viel ist der Schein Wert? Tja, immer noch EUR 10,-.

Warum begreifen wir bloß beim Geld, dass sich der Wert des Scheins nicht ändert, auch wenn man diesen quasi wie Dreck behandelt, oder auf ihn herumtrampelt? Warum können wir nicht genau diese Ansicht auf uns selbst übertragen – wir sollten doch genauso viel wert bleiben?! #ThinkAboutIt

Selbstwert und Resilienz

Klingt eigentlich logisch, oder? Ein starker Selbstwert hat also auch sehr viel mit Resilienz zu tun, mit der eigenen Widerstandsfähigkeit und wie gut wir mit beispielsweise Stress umgehen können:

„Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘), auch Anpassungsfähigkeit, ist der Prozess, in dem Personen auf Probleme und Veränderungen mit Anpassung ihres Verhaltens reagieren. Resilienz kann einen wichtigen Beitrag zur Fähigkeit eines Einzelnen leisten, sich zu erholen oder auf Herausforderungen und Veränderung zu reagieren.“ (Quelle: Wikipedia)

Krisen können wir durch einen hohen Selbstwert besser bewältigen. Auch lassen die Selbstzweifel sehr rasch nach und wir gehen optimistischer an neue Aufgaben und Herausforderungen heran. Menschen mit einem hohen Selbstwert suchen rasch nach Lösungen und wissen auch, dass sie diese gut umsetzen können und somit schlussendlich alles zu einem positiven Ergebnis führen wird.

Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls

Wie lässt sich jetzt diese große Wort „Selbstwert“ kleinteilig hinunterbrechen? Was bedeutet Selbstwert nun konkret und aus welchen Puzzle-Steinchen setzt er sich zusammen? Dr. Nathaniel Branden war ein amerikanischer Psychotherapeut, der sich mit dieser Thematik eingehend beschäftigte. Er entwickelte die These der „6 Säulen des Selbstwertgefühls“. Alle Säulen zahlen gleichwertig in den Selbstwert ein und müssen somit ausbalanciert sein. Diese 6 Säulen sind:

bewusstes Leben

eigenverantwortliches Leben

See Also
Bossing Wenn die Führungskraft mobbt

zielgerichtetes Leben

Selbstannahme und Selbstakzeptanz

selbstsicheres Behaupten der eigenen Person

persönliche Integrität (Übereinstimmung von Werte und Handeln)

Damit du dir ein wenig mehr unter dieser These und den Schlagworten vorstellen kannst, habe ich dir folgendes Video herausgesucht:

Wann startest du mit deinem persönlichen Projekt „Selbstwert“?

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