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#genfluencing gegen den Generationenkonflikt

#genfluencing gegen den Generationenkonflikt

New Work ist vielschichtig und kann von Unternehmen auf diverse Art und Weisen implementiert werden. Wichtig für alle: eine kulturelle Offenheit. Und genau diesen Aspekt können Unternehmen durch nachhaltiges Generationenmanagement schaffen. Was #genfluencing im Kontext von Generationenkonflikt genau bedeutet und welche Rolle ihr kommendes Unternehmen QUINGS dabei spielt, erfahrt ihr im Gastbeitrag von Kira Marie Cremer.

Diversität ist mehr als nur Migrationshintergrund

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich nun mit der Theorie von Frithjof Bergmann und merke jedes Mal aufs Neue, dass New Work so viel facettenreicher ist als wir auf den ersten Blick vermuten. Schau dazu auch gerne auf dem Karrieregeflüster New Work Blog vorbei. Meine Vorträge und Workshops dazu beginne ich meist mit der Vorstellung der Megatrend Map vom Zukunftsinstitut. Diese ist aufgebaut wie eine U-Bahn Map und beinhaltet verschiedene Bahnlinien und Stationen. Der Strang New Work ist hier in dunkelgrün dargestellt und beinhaltet unter anderem Stationen, wie Start-Up-Culture, Diversity, Female Leadership, Corporate Health, Lifelong Learning oder Corporate Culture. Viele Begriffe, die wir kennen aber auch neue Begriffe, die zu dem Megatrend zählen. 

Warum ich diese Map zu Beginn zeige? Viele sehen New Work nur als ein Buzzword und ich führe so vor Augen, wie komplex diese Theorie ist und dass New Work nicht mit Homeoffice oder Digitalisierung gleichzusetzen ist. Der allgemeine Irrtum, der in den Köpfen vieler Menschen schwirrt und den es zu bereinigen gilt. Dem habe ich mich verschrieben und schaffe Awareness für New Work und kläre auf. Für mich ist es mein Herzensthema geworden und meine Passion, die ich lebe. Ich weiß genau, dass ich nie ausgelernt habe und genau das bereitet mir so viel Spaß. Bisher mache ich das via Social Media und speziell auf LinkedIn. Doch dieses Jahr gehe ich den nächsten Schritt und gründe ein Unternehmen. Aber später dazu mehr. 

Kommen wir zurück zur Megatrend Map. Wie bereits erwähnt, findest du hier die Station namens Diversity.

Beantworte nun für dich kurz die Frage: Was bedeutet Diversity für dich?

Auch hier unterliegen Menschen wieder einem Irrtum: Und zwar, dass Diversity mit Migrationshintergrund gleichzusetzen ist. Das stimmt nur bedingt, denn Diversity ist so viel mehr: es geht um Alter & Generationen, Migrationshintergründe, Sexualität, Ansichten und generell Vielfalt in unserer Gesellschaft. So viel mehr als wir auf den ersten Blick vermuten. Mal wieder 😉

Von der Generation Babyboomer bis zur Generation Z

Ich möchte den Fokus in meinem Gastbeitrag auf das Alter & Generationen legen, denn ein noch selten betrachtetes und von wenigen Unternehmen genutztes Tool ist das Generationen-Management. Also das Management von Glaubenssätzen, Prägungen, Lebensvorstellungen, Mindset und Erwartungen. Aktuell befinden sich mindestens vier verschiedene Generationen in Unternehmen: Babyboomer (1946 – 1964), Generation X (1965 – 1979), Generation Y (1980 – 1995) und Generation Z (1996 – 2010). Du wirst Quellen finden, die die Jahreszahlen anders setzen, doch das ist die meistgenutzte Einordnung. 

Über die Generation Z sprechen in der heutigen Zeit fast alle. Unternehmen zerbrechen sich ihre Köpfe und stellen sich unter anderem die folgenden Fragen: Wie können wir ihnen gerecht werden? Wie können wir als Arbeitgebende attraktiv für sie sein? Was erwarten sie von der zukünftigen Arbeitswelt? Wollen sie überhaupt noch arbeiten? 

Eine Generation, die selbstbewusst durchs Leben geht, Veränderungen herbeisehnt und laut ihre Meinung sagt. Kein Wunder, dass sich die Gesellschaft darauf fokussiert. Doch weißt du, wer aktuell „an der Macht“ ist und in Führungspositionen sitzt? Zum Großteil sind es die Babyboomer. Und meinst du, es bringt etwas, wenn wir den Fokus ausschließlich auf die Generation Z legen? Ich persönlich bezweifle es und vertrete den Ansatz, ALLE zu einem Miteinander zu bewegen. Weshalb? Wegen des herrschenden und uns ausbremsenden Generationenkonflikts.

#genfluencing gegen den Generationenkonflikt

Wenn du jetzt denkst: „Ach du Schande, noch ein neues Fremdwort.“ Keine Sorge! Das musst du nicht kennen. Jedenfalls noch nicht. Denn es ist eine von mir entwickelte Theorie:

#genfluencing setzt sich aus den beiden Wörtern Generation und Influencing zusammen und beschreibt die positive Beeinflussung der verschiedenen Generationen, die sie im Arbeitsleben aufeinander haben können. Mit Hilfe von #genfluencing können Unternehmen die besten Eigenschaften der einzelnen Generationen bündeln und sie für den Aufbau einer verbindenden Unternehmenskultur nutzen.

Und diese von mir entwickelte Theorie wird nun in die Praxis umgesetzt. QUINGS heißt mein Unternehmen, welches mit Hilfe von Beratung und New Work Elementen diese Theorie in die Unternehmen bringt und ihnen dabei hilft, eine Generationenverbindung herzustellen. Warum das so wichtig ist?

Wie oft hast du dich schon mit jüngeren oder älteren Menschen unterhalten und dich missverstanden gefühlt? Im beruflichen Kontext haben schon mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden in Deutschland Erfahrungen mit diesem Generationenkonflikt gemacht. Um genau zu sein sind es 67%. Auch mir ging es schon oft so und natürlich bleibt man dementsprechend in der eigenen Bubble, wenn man merkt, das Gegenüber versteht überhaupt nicht, was man meint. Das Problem ist jedoch, dass wir uns so nicht weiterentwickeln und kaum neue Ansichten, Glaubenssätze oder Wünsche mitbekommen. Der Generationenkonflikt bremst uns aus, denn wir gehen oftmals sehr vorurteilsbehaftet aufeinander zu.

Generationenkonflikt
Quelle: https://www.mindsetmovers.de/post/neue-generationen-auf-dem-arbeitsmarkt-zeit-dass-f%C3%BChrung-sich-ver%C3%A4ndert

Best Practice: Gendern durch alle Generationen

Ich persönlich bemühe mich, zu gendern und ja, ich werde dafür aufgezogen. Einfacher wäre es für mich, damit aufzuhören und mit der Masse zu schwimmen. Warum ich es nicht mache? Weil es Menschen gibt, die darauf Wert legen und sich zugehörig fühlen möchten. Hier geht es nicht „nur“ um Frauen. Es geht um so viel mehr und daher dieses Beispiel:

See Also

Ich bin amtierende Vize Miss Germany 2022, was übrigens kein Schönheitswettbewerb mehr ist. Es geht um Diversity und Female Empowerment und ich durfte meine Message von New Work verbreiten. Auf dieser für mich sehr prägenden Reise ist mir Tini begegnet. Tini ist non-binär und wird daher von mir in diesem Beitrag weder mit sie noch mit er beschrieben. Da sich Tini keinem Geschlecht zugehörig fühlt, ist gendern wichtig. Wenn ich Tini also dieses Gefühl durch meine Wortwahl und das Nutzen von Doppelpunkten oder Sternchen ermöglichen kann, tue ich das von Herzen gerne. 

Für viele jüngere Menschen ist gendern fast normal, doch für ältere Generationen neu und nicht verständlich. Wenn ich bei Workshops den Führungskräften dieses Beispiel nenne und erkläre, wird vielen Personen klarer warum Menschen gendern. Meiner Meinung nach ist gendern kein Muss aber es ist ein Muss, zu wissen weshalb manche es tun. Dieses Wissen über eine neue Generation, das Gendern und Sexualität hilft älteren Menschen zu verstehen und mit weniger Vorurteilen durch die Welt zu gehen. 

Genauso verhält es sich andersherum: Wenn ich jüngeren Menschen erläutere, dass sie privilegiert aufwachsen, nicht das Arbeitsleben als Nachkriegsgeneration kennen und im Vergleich sehr sorgenfrei durchs Leben gehen können, schaue ich in staunende Gesichter. Ihnen vor Augen zu führen, dass sie ohne die vorherigen Generationen diese Privilegien nicht ausleben könnten, bewegt mehr als du denkst. Ich spreche aus Erfahrung. Bei mir war es ähnlich.

Key Take Away

Zusammenfassend möchte ich dir mit auf den Weg geben, dass auf beiden Seiten Nachsicht geboten und ein offenes Mindset erforderlich ist, um nachhaltig einen Unterschied in der Unternehmenskultur zu schaffen. Das schaffen wir alle nur gemeinsam und dabei kann New Work ein sehr sehr großer Türöffner sein. Dazu gibt es eine Studie von Vanessa Jobst-Jürgens, welches sie in dem Buch New Work: Was relevante Arbeitnehmergruppen im Job wirklich wollen – eine empirische Betrachtung zusammenfasst. Generationen sind unterschiedlich, anders geprägt, wünschen sich andere Dinge vom Leben und legen den Fokus auf verschiedene Aspekte. Doch so unterschiedlich sie auch sein mögen haben sie eins gemeinsam: sie ALLE wollen Innovation und genau deswegen ist nun die Zeit für New Work, für #genfluencing und für mein Unternehmen QUINGS

Es ist ein langer Prozess, der unserer Arbeitswelt bevorsteht und wir benötigen Durchhaltevermögen und Geduld. Wenn wir das mitbringen, nachsichtig mit unseren Mitmenschen sind und zusammenarbeiten, können wir alle Ressourcen der unterschiedlichen Generationen bündeln und ein Miteinander schaffen!

Wenn du neugierig geworden bist und mehr erfahren möchtest, vernetz dich mit mir und schreib mir gerne. Ich freue mich, wenn Menschen etwas bewegen und einen Unterschied schaffen wollen.

Hast auch du Lust, deine Expertise mit der #NewWorkCommunity zu teilen? Dann freut sich Ani auf deine Kontaktaufnahme

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